St. Gallen und die Anreise

18.07.2009 18:06 (0 Kommentare)

St. Gallen liegt nicht gerade zentral in der Schweiz, viele Fragen sich sogar, wieso man eigentlich eine international bekannte Wirtschaftsuniversität in St. Gallen und nicht beispielsweise in Zürich "angelegt" hat. Die Erklärung dafür liegt in dem Entstehungsgrund der HSG. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Stickerei und Stoffindustrie in St. Gallen Ihre Hochblüte, in dieser Zeit wurde auch die Hochschule St. Gallen gegründet um Führungskräfte für die heimische Industrie auszubilden.

Wie kommt man also nach St. Gallen?

Viele Studenten setzen auf die ÖV, also SBB, Bus etc. Dies ist sicherlich die günstigste Option um von A nach B zu kommen, allerdings müssen hier Abstriche im Komfort und der Flexibilität gemacht werden. Von Zürich geht es etwas über eine Stunde bis der Inter-City-Zug in St. Gallen einfährt, von München sollten drei Stunden eingerechnet werden mit der besten Verbindung. Stuttgart ist sogar knappe vier Zugstunden entfernt.
Für Studenten aus der Schweiz ist der Zug also durchaus eine gute Alternative, da die Anreisezeit etwa gleich lang ist wie mit dem Auto. Für Studenten aus dem näheren Ausland ist die Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln doch etwas umständlich und dauert relativ lange.

Für die Autofahrer unter den Studenten entpuppt sich die Stadt St. Gallen als eher suboptimal - Parkplätze an der Uni sind nur wenige vorhanden, dafür häufig belegt. Im Stadtzentrum kann nicht wirklich parkiert werden, hier muss auf die Parkhäuser ausgewichen werden. Darum ist es auch für Autofahrer empfehlenswert, eine möglichst zentrale Wohnung zu mieten und in den sauren Apfel der höheren Parkplatzmiete zu beissen.
Die Mieten dafür sind im Schweizer Städtevergleich jedoch noch akzeptabel, so kostet ein Dauermieterplatz im Parkhaus Brühltor mitten in der Stadt gerade mal Fr. 200.- pro Monat. Im Vergleich dazu muss in "Downtown Switzerland", also Zürich, im Parkhaus Hohe Promenade ab Fr. 340.-, in dem Parkhaus Metro in Bern sogar Fr. 550.- pro Monat bezahlt werden.

Ganz generell empfiehlt sich eine Wohnung, die in Fussdistanz zu halbwegs allen wichtigen Orten ist. Diese wichtigen Orte lassen sich grundsätzlich auf zwei reduzieren, Marktplatz und Universität.
Wieso, es hat ja genügend Busse? Ja, genau das ist das Problem. Der Anschein eines sehr guten Busnetzes wird erweckt, in Tatsache ist jedoch Abends um halb 1 fertig. Untertags kommen die Busse auch mal zu spät - daran muss man sich wohl oder übel gewöhnen.

Meine Empfehlung: Ein Auto ist in Kombination mit einer zentralen Wohnung die beste (und teuerste) Alternative. Die Flexibilität ist wesentlich höher, Ausflüge ins sehr schöne Apenzellerland oder an den Bodensee gestalten sich wesentlich einfacher aber auch die alltäglichen Tätigkeiten wie Einkaufen, Glas wegbringen etc. gehen leichter von der Hand.
Fragt sich nur, was einem dieser Komfortgewinn wert ist!

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